Vermögensaufteilung nach Scheidung: der Zugewinnausgleich

Ohne Ehevertrag gilt Zugewinnausgleich

Da nach einer Scheidung das während der Ehe erwirtschaftete Vermögen unter beiden Partnern aufteilt werden muss, findet üblicherweise der Zugewinnausgleich Anwendung. Nur wenn hinsichtlich des Vermögens gesonderte Regelungen in einem Ehevertrag geschlossen wurden, erfolgt eine Ausnahme. Vom Zugewinnausgleich ist deshalb die Rede, weil beide Partner mit der Heirat automatisch den Güterstand der Zugewinngemeinschaft gebildet haben.


Vermögensaufteilung Scheidung: Zugewinngemeinschaft

In der Zugewinngemeinschaft bleibt das Vermögen beider Partner auch im Verlauf der Ehe getrennt. Eigenes Sparbuch, Lebensversicherung oder Haus zählen also weiterhin zum Vermögen des jeweiligen Alleineigentümers.

Kaufen jedoch beide Ehepartner gemeinsam ein Haus und werden beide als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen, stellt dies eine Ausnahme dar. Dann entscheidet der jeweilige Zugewinn darüber, ob nach einer Scheidung einer dem anderen einen Teil abgeben muss.


Definition

Der Betrag, den jeder Partner im Laufe der Ehe an Vermögen hinzugewonnen hat, wird als Zugewinn bezeichnet. Ist das Vermögen eines Ehepartners stärker gewachsen, als das des anderen, muss derjenige mit dem höheren Vermögen einen Zugewinnausgleich an den anderen zahlen. Die Höhe des Ausgleichs entspricht der Hälfte des Überschusses.


Beispiel

Für die Berechnung des Zugewinns beider Ehepartner gelten folgende Formeln:

Endvermögen Ehefrau – Anfangsvermögen Ehefrau = Vermögenszuwachs Ehefrau
Endvermögen Ehemann – Anfangsvermögen Ehemann = Vermögenszuwachs Ehemann

Konnte also ein Ehemann während der Ehe 200.000 Euro Zugewinn erwirtschaften und seine Frau 120.000 Euro, bekäme sie zusätzlich noch 50 Prozent der Differenz vom Ehemann also 40.000 Euro in diesem Beispiel (200.000 – 120.000 = 80.000 / 2 = 40.000)

Für den Zugewinnausgleich zählt lediglich die Differenz aus Start- und Endvermögen, eventuelle Bewegungen oder Zwischenstände während der Ehe werden nicht berücksichtigt. Schenkungen und Erbschaften während der Ehe werden ebenfalls dem Start- und Endvermögen zugerechnet.

Wenn also zum Beispiel der Ehemann während der Ehe von seinen Eltern ein Haus geerbt hat, dieses zum Zeitpunkt der Erbschaft 150.000 Euro wert war und innerhalb der Ehe um einen Wert von 50.000 Euro anstieg, werden lediglich diese 50.000 Euro (Wertzuwachs) im Zugewinnausgleich berücksichtigt. Die Ursachen des Wertzuwachses spielen dabei keine Rolle, und der Anfangswert zum Antritt der Erbschaft (150.000 Euro) muss nicht geteilt werden.


Regeln für Ausgleichszahlungen und Zugewinn-Vereinbarungen

In erster Linie verlangt der Gesetzgeber den Ausgleich des schlechter gestellten Partners als Geldsumme. Mit einer notariellen Beurkundung kann jedoch beispielsweise geregelt werden, dass der schlechter gestellte Ehepartner anstelle des Geldes das Haus erhält.

Wichtig: Um den Vermögensausgleich müssen sich die Ehepartner selbst kümmern. Der Gesetzgeber kommt nur dann zum Einsatz, wenn einer von beiden den Zugewinnausgleich beantragt. Diese gerichtliche Feststellung bringt jedoch hohe Kosten für Anwalt und Gericht mit sich, wie zum Beispiel ein teures, gerichtsfestes Wertgutachten.

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