Was ist eine Erbengemeinschaft?

Interessen, Arten, Haftung

Die gesetzliche Erbfolge tritt in Kraft, wenn kein Testament oder Erbvertrag des Verstorbenen vorhanden ist und bestimmt damit die Mitglieder der Erbengemeinschaft sowie deren Eigentumsanteile. Sowohl die Verwandtschaftsverhältnisse als auch das gesetzliche Ehegattenerbrecht finden dabei Anwendung.


Welche Arten von Erbengemeinschaften gibt es?

  • Ehepartner und Kinder
  • Ehepartner und Eltern
  • Ehepartner, Elternteil und Geschwister
  • Eheliche und nicht eheliche Kinder

Für die Höhe der Erbschaftsanteile werden der Güterstand der Ehepartner und der Grad der Verwandtschaft zum Verstorbenen berücksichtigt. Laut Gesetz ist für den Erbanteil des Ehepartners ein Viertel des Nachlasses vorgesehen, der jedoch um ein weiteres Viertel wächst, sobald die Eheleute in der Zugewinngemeinschaft leben. Auf die nächsten, lebenden Verwandten werden die weiteren Anteile aufgeteilt.


Gesetzliche Erbfolge bei Erbe eines Hauses

Leben die Ehepartner in einer Zugewinngemeinschaft, und verstirbt einer von ihnen, erbt der hinterbliebene Ehepartner nur 50 Prozent, wenn der Verstorbene zwei leibliche Kinder hat, da den beiden Kindern ebenfalls jeweils 25 Prozent des Hauses zustehen. Weitere Regelungen und Beispiele finden Sie bei Bedarf in den Erbenordnungen im BGB §1924 bis 1930.


Alle Erben haften in Erbengemeinschaft

In einer Erbengemeinschaft bestimmen alle Erben gemeinsam über das Haus und tragen unter anderem gemeinschaftlich die Kosten, wenn das Haus erst einmal weiter gehalten werden soll. Während die Kosten für Grundsteuer, Müll- oder Abwasserbeseitigung dabei noch überschaubar sind, können Reparaturen und Sanierungen schnell ins Geld gehen.

Kann einer der Erben die aus dem Hausbesitz resultierenden Zahlungen nicht leisten, müssen aufgrund der gemeinschaftlichen Haftung, die anderen Erben für ihn einspringen. Die Erbengemeinschaft stellt eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts dar, in der jeder Gesellschafter für die Verbindlichkeiten der anderen Gesellschafter mit seinem gesamten Privatvermögen haftet.


Ein Haus, mehrere Eigentümer,verschiedene Interessen

Eine Erbengemeinschaft mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten entsteht nicht freiwillig, sondern durch den Tod des Erblassers, seinen Erbvertrag, sein Testament oder durch die gesetzliche Erbfolge. Die verschiedenen Erben haben in der Regel ganz unterschiedliche Interessen am geerbten Haus. Der eine möchte darin wohnen, der andere lieber vermieten und wieder andere verkaufen, weil die laufenden Kosten zu hoch sind oder der Verkaufserlös helfen kann, andere Verbindlichkeiten zu begleichen.

Oft ist das Haus nur ein Nachlassgegenstand von vielen und schon für sich genommen Auslöser für eine Erbauseinandersetzung, die sich zum Teil über Jahre hinziehen kann. Auch kann es vorkommen, dass in dieser Zeit schon ein erster Erbe der Gemeinschaft verstirbt und die bestehende Erbengemeinschaft somit um neue Erben erweitert wird. Gesetzliche Regelungen zur Erbauseinandersetzung und Auflösung der Erbengemeinschaft sollen verhindern, dass die Erbengemeinschaft ein endloses Dauerstreitthema wird.

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